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Vintage-Gitarren 2

Vintage bedeutet bei Musikinstrumenten ausgesuchte alte Jahrgänge oder aber ältere, besonders erlesene Einzelinstrumente oder Baureihen. Als Vintage gelten beispielsweise so gut wie alle E-Gitarren aus den 1950er-Jahren.

In dieser Fotogalerie sind erlesene, gut erhaltene RIO-Gitarren von Sammlern und Musikern zusammengestellt, welche auf Grund ihres Baujahres, ihres Designs und wegen ihrer hochwertigen Qualität die Bezeichnung "Vintage" verdienen.

Nachdem die virtuelle Ausstellung (e-expo Riogitarren) im Internet aufge­schaltet und damit der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde, sind erfreulicherweise viele Rückmeldungen von Sammlern und Besitzern von RIO-Gitarren eingetroffen. Offenbar sind noch viele gut erhaltene Instrumente im In- und Ausland vorhanden oder im Gebrauch. Einige Sammler haben uns bereitwillig Bildmaterial zur Publikation zur Verfügung gestellt, sodass wir die Fotogalerie der Vintage-Instrumente ständig erweitern konnten. Die Bildreihe vermittelt einen Eindruck über den variantenreichen Instrumentenbau in Riehen. Wir bedanken uns bei allen Sammlern für die Überlassung des Fotomaterials.

Wir verdanken Herrn René De Martin aus Graz neue Erkenntnisse zur geheim­nisvollen Geschichte der "Grando" Gitarren. Herr De Marin besitzt eine alte Grando-Hawaii-Gitarre, welche gleichzeitig sowohl einen schwarzen Grando-Stempel ("Grando Made in Switzerland") wie auch eine Etikette mit dem Auf­druck: "Gitarren- und Hawai-Fabrikation H.Schmitz vormals Meinel, Basel" aufweist. Das gut erhaltene Instrument ist dem RIO-Modell 135 sehr ähnlich, nur mit einer Bemalung statt der Brandmalerei. Das neu aufgetauchte Instrument hat uns in der Folge dazu bewogen, die Geschichte der Grando-Gitarren zu beschreiben und vorhandene Exponate in die Galerie auf zu nehmen.

"Grando" Gitarren

Die Galerie der Vintage-Gitarren 2 enthält auch einige "Grando" Gitarren, deren Geschichte nun seit kurzem geklärt werden konnte.

Die älteren Grando-Instrumente (vor 1945) sind im Atelier H. Schmitz vormals P. Meinel an der Steinenvorstadt 3 in Basel vom Geigenbauer Karl Schneider hergestellt worden. "Grando" ist sozusagen der Vorläufer von "RIO". Das Label gehörte dem Musikhändler H. Schmitz in Basel.

Karl Schneider arbeitete zwischen 1920-1945 im Geigenbauatelier und Musik­haus von Paul Meinel (1865-1928), nachmals H. Schmitz-Meinel, an der Stei­nen­vor­stadt 3 in Basel. H. Schmitz war der Schwiegersohn des Geigenbau-Meisters Paul Meinel. Er war kein Instrumentenbauer, sondern hat das Musikhaus seines Schwiegervaters als Musikhändler bis zur Geschäftsaufgabe ca. 1950 weiter geführt. Damals war Schneider der einzige Fachmann bei Schmitz-Meinel.

Schneider hat schon in den Vorkriegs- und Kriegsjahren in Basel begonnen, Gitarren zu bauen. Sein Firmenchef, Schmitz-Meinel, führte vermutlich damals das Label "Grando" ein und verkaufte die Instrumente unter diesem Brand in seinem Musikhaus in Basel. Es entstanden in dieser Zeit Jazz-Gitarren (in Geigenbau-Manier gebaute Archtop-Modelle), welche die Gibson-Modelle aus den USA zum Vorbild hatten.

Karl Schneider erkannte nach Ende des Krieges, dass die Nachfrage nach Gitarren vorhanden war und dass man diese Instrumente in einer gewerblichen Serienproduktion effizient herstellen könnte. Da aber die Zusammenarbeit mit Schmitz-Meinel nicht befriedigte, beschloss er 1945, in Riehen b. Basel ein eigenes Atelier zu eröffnen und Gitarren in eigener Regie her zu stellen. Da das Label "Grando" dem ehemaligen Chef, Schmitz-Meinel, gehörte, führte er den neuen Brand "RIO" ein.